Journal der Wirtschaftsstrafrechtlichen Vereinigung e.V.

(Deutsch) Besprechung von OLG Koblenz, Beschluss vom 30. März 2021, Az.: 5 Ws 16/21

Dr. Max Schwerdtfeger, WiJ 2021, 183


(Deutsch) [1] Vgl. LG Koblenz, Beschluss vom 23. Juni 2020, Az.: 4 KLs 2050 Js 45429/18 = BeckRS 2020, 46950 Rn. 2.

[2] Vgl. LG Koblenz, Beschluss vom 23. Juni 2020, Az.: 4 KLs 2050 Js 45429/18 = BeckRS 2020, 46950 Rn. 21.

[3] Bereits die Beschränkung der Beschwerde der Staatsanwaltschaft war aus Sicht des 4. Strafsenats teilweise unwirksam. Soweit sich die Beschwerde nur gegen die Gestattung der Fertigung von vollständigen Kopien von solchen Asservaten richte, die nicht bei dem jeweiligen Angeklagten oder bei der jeweils als Geschäftsführer geführten Gesellschaft sichergestellt worden seien, fehle es an der Konkretisierung, was unter „vollständig“ zu verstehen sei (Sollen Teilkopien entgegen dem Rechtschutzziel zulässig sein?) und welche Asservate bei Drittbetroffenen sichergestellt worden seien. Lediglich die Beschränkung auf die den abgetrennten Verfahrensteil betreffenden Asservate sei wirksam (vgl. LG Koblenz, Beschluss vom 23. Juni 2020, Az.: 4 KLs 2050 Js 45429/18 = BeckRS 2020, 46950 Rn. 2).

[4] Der 4. Strafsenat weist in den Entscheidungsgründen insbesondere darauf hin, dass sich durch die Streichung der Regelung in § 147 Abs. 4 Satz 2 StPO a.F. und die Neuregelung in § 32f Abs. 3 StPO keine Änderungen hinsichtlich der Anwendbarkeit auch auf Beschwerden der Staatsanwaltschaft ergäben. Dies habe bereits bei § 147 Abs. 4 Satz 2 StPO a.F. der h.A. in der Rspr. entsprochen (vgl. auch Meyer-Großner/Schmitt/Köhler, 64. Aufl. 2020, StPO § 32f Rn. 12). Auch sei § 32f Abs. 3 StPO – wie bisher – auf das Besichtigungsrecht anwendbar.

[5] Die (klarstellenden) Regelungen der § 110 Abs. 3 Satz 1, Abs. 4 StPO n.F. (BT-Drucks. 19/27654, S. 73 f.) waren zum Zeitpunkt der Entscheidung noch nicht in Kraft.

[6] Vgl. LG Koblenz, Beschluss vom 23. Juni 2020, Az.: 4 KLs 2050 Js 45429/18 = BeckRS 2020, 46950 Rn. 21.

[7] EGMR, Urteil vom 25. Juli 2019, Az.: 1586/15 (R/Deutschland) = NJW 2020, 3019.

[8] BVerfG, Urteil vom 16. Juni 2009, Az.: 2 BvR 902/06 = NJW 2009, 2431.

[9] Sei eine Zuordnung hinsichtlich der Verfahrenserheblichkeit unter zumutbaren Bedingungen nicht möglich, komme dennoch eine Beschlagnahme des gesamten Datenbestandes in Betracht, wenn im konkreten Fall nicht gegen das Übermaßverbot verstoßen werde.

[10] Die vorläufige Sicherstellung wird nach h.M. als Teil der Durchsuchung verstanden, vgl. Meyer-Großner/Schmitt/Köhler, 64. Aufl. 2020, StPO § 110 Rn. 10 m.w.N.; a.A. Peters, NZWiSt 2017, 465, 466.

[11] OLG Jena, Beschluss vom 20. November 2000, Az.: 1 Ws 313/00 = NJW 2001, 1290.

[12] OLG Jena, Beschluss vom 20. November 2000, Az.: 1 Ws 313/00 = NJW 2001, 1290, 1294. Zwar ging es in der Entscheidung des OLG Jena um eine Teilnahme gegen den Willen des Inhabers der durchzusehenden Papiere, die Argumente dürften aber nicht auf diesen Fall beschränkt sein (so auch MK-StPO/Hauschild, 1. Aufl. 2014, § 110 Rn. 12).

[13] Vgl. etwa HK-StPO/Gercke, 6. Aufl. 2019, § 110 Rn. 14; Knauer/Wolf, NJW 2004, 2932, 2937 f. (jeweils beschränkt auf den Fall, dass der Mandant Inhaber ist).

[14] Vgl. etwa SK-StPO/Wohlers/Jäger, 5. Aufl. 2016, § 110 Rn. 25 f.; Knauer/Wolf, NJW 2004, 2932, 2937 f. (jeweils beschränkt auf den Fall, dass der Mandant Inhaber ist); i.E. auch Achenbach/Ransiek/Rönnau/Heghmanns, Handbuch Wirtschaftsstrafrecht, 5. Aufl. 2019, 6. Teil Rn. 325.

[15] Kempf/Schilling/Oesterle/Volk/Beukelmann, Münchener Anwaltshandbuch Verteidigung in Wirtschafts- und Steuerstrafsachen, 3. Aufl. 2020, § 10 Rn. 99; Peters, NZWiSt 2017, 465, 471.

[16] BVerfG, Urteil vom 16. Juni 2009, Az.: 2 BvR 902/06 = NJW 2009, 2431 Rn. 96.

[17] Kempf/Schilling/Oesterle/Volk/Beukelmann, Münchener Anwaltshandbuch Verteidigung in Wirtschafts- und Steuerstrafsachen, 3. Aufl. 2020, § 10 Rn. 96.

[18] Dies gilt insbesondere, wenn – wie hier – nur die Beschlagnahme eines Teils der Datenträger angeordnet wurde, die übrigen Datenträger aufgrund einer Verfahrensabtrennung aber trotzdem nicht herausgegeben, sondern im Ausgansverfahren weiter durchgesehen werden.

[19] Peters, NZWiSt 2017, 465, 466; vgl. auch BT-Drucks. 19/27654, S. 74; BVerfG, Urteil vom 16. Juni 2009, Az.: 2 BvR 902/06 = NJW 2009, 2431 Rn. 50.

[20] Peters, NZWiSt 2017, 465, 468 f.

[21] Peters, NZWiSt 2017, 465, 469; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 30. Januar 2002; Az.: 2 BvR 2248/00 = NJW 2002, 1410, 1411.

[22] So aber erwägend Greier, jurisPR-StrafR 14/2021 Anm. 1.

[23] So aber erwägend Greier, jurisPR-StrafR 14/2021 Anm. 1.

[24] Vgl. BGH, Beschluss vom 7. Mai 2019, Az. 5 StR 623/18 = BeckRS 2019, 10447 Rn. 7; Mosbacher, JuS 2020, 128, 129.

[25] Vgl. Mosbacher, JuS 2020, 128 f.

[26] Meyer-Großner/Schmitt/Schmitt, 64. Aufl. 2020, StPO § 202 Rn. 5; KK-StPO/Schneider, 8. Aufl. 2019, § 202 Rn. 9 f. m.w.N.

[27] A.A. BeckOK-StPO/Wessing, 40. Ed., Stand: 1. Juli 2021, § 147 Rn. 27.

[28] Vgl. auch Peters, NZWiSt 2017, 465, 472.